Spitzwegerich hilft gegen Husten und lindert Schmerzen bei Verbrennungen und Insektenstichen. Linden- und Holunderblüten helfen gegen Erkältungen. Lavendel und Hopfen fördern das Einschlafen. Wer weiß so etwas heute noch? – Die angehenden Kinderpfleger am Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg. Drei Wochen beschäftigten sich die 16 Schülerinnen des ersten Ausbildungsjahres unter Anleitung der kräuterkundigen Natur- und Umweltpädagogin Sabrina Mohr mit den heimischen Wildkräutern. In drei Module war der Workshop gegliedert. Angefangen mit dem Erkennen und Sammeln, stand dann die kulinarische Verarbeitung auf dem Plan, bis zur heilsamen Anwendung. Am 1. Juli 2026 war der letzte Projekttag.
Die Idee entstand vor rund einem Jahr. Als sich im Unterricht in der Lehrküche eine Schülerin verbrannt hatte, dachte sich Praxislehrerin Anke Dey, mit Spitzwegerich hätte man die Schmerzen lindern können. Auch der Insektenstich einer Mitschülerin hätte mit Gänseblümchen weniger Leid verursacht. Die Idee war geboren. Die Schüler*innen sollten lernen, welche Wildkräuter welchen Nutzen bringen und wo sie zu finden sind. Seit einem Jahr ist das Projekt nun fester Bestandteil im Fach Gesundheitsförderung und Pflege. Und es kommt gut an.
Ganz begeistert zeigten sich die Schülerinnen so viel Neues zu lernen, leckere Sachen probieren zu können und, wie sie es ausdrückten, „medizinische Mittel zu bekommen“. Selbst gemacht natürlich. Und so können sie in Zukunft alle einen „Aua-Stick“ herstellen. Ein solcher Stift aus Spitzwegerich, Gänseblümchen und Distelöl hilft offenbar gegen eine Vielzahl von „Auas“, wie Muskelzerrungen oder blaue Flecken.
Und dass all das auch etwas mit der Ausbildung in der Kinderpflege zu tun hat, ist selbstverständlich. Die Auszubildenden können ihr Wissen an die Kinder weitergeben. Und so lernen nicht nur die angehenden Kinderpfleger*innen des Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg die bewusste Wahrnehmung der Umwelt. Auch bei ihren kleinen Schützlingen wird in Zukunft die Erkenntnis reifen, dass man nützliche und leckere Sachen in der Natur finden kann und es nicht nur verarbeitete Lebensmittel gibt.